Wirtschaftsinformationen über Oman

Das Sultanat Oman verfolgt eine marktwirtschaftliche Politik. Der omanische Rial ist frei konvertierbar und hat eine feste Dollarparität von 2,60 US-Dollar. Ausländer können Mehrheitsbeteiligungen an omanischen Unternehmen erwerben, Zweigniederlassungen gründen und Gewinne frei transferieren. Ausländer und Einheimische werden steuerlich gleichbehandelt. Ein umfangreiches Privatisierungsprogramm schließt auch Kraftwerke, Telekommunikation, Wasser und Stromversorgung ein.

Der Staatshaushalt für 2016 sieht Einnahmen in Höhe von umgerechnet 21,7 Mrd. € vor, denen Ausgaben von umgerechnet 32,7 Mrd. € gegenüberstehen. Die Höhe des Haushaltsdefizites 2016 soll etwa 8 Mrd € betragen. Das Defizit wird letztendlich vom über das Jahr erzielten Ölpreis abhängen. Der für die Einnahmen zugrundeliegende Ölpreis von 45 USD / Barrel ist vorsichtig angesetzt (zu Beginn 2016 lag der Preis bei 27 USD / Barrel). 72 % der Haushaltseinnahmen stammen aus Einnahmen des Öl- und Gasgeschäfts.

Einer der wichtigsten Ausgabeposten bildet neben dem Verteidigungshaushalt der Gesundheits- und Bildungssektor. Dies verdeutlicht den Stellenwert, den die omanische Regierung diesen Bereichen beimisst.

Der anhaltenden Abhängigkeit vom Öl ist man sich bewusst, entsprechende Diversifizierungs-vorhaben werden vorangetrieben. Es bleibt abzuwarten, ob aufgrund des niedrigen Ölpreises die Investitionen vor allem in die Infrastruktur den Bausektor und die klein- und mittelständische Industrie auch weiterhin beflügeln.

Die Inflationsrate belief sich 2014 auf 1 %. Nach derzeitigen Schätzungen soll sie 2015 ebenfalls bei 1 % liegen.

Die omanische Regierung verfolgt eine konsequente Wirtschaftspolitik weg von Öl und Gas hin zu einer stärkeren Diversifizierung, die den verschiedenen Landesteilen zugutekommen soll. Dies kommt auch im mittlerweile 9. Fünfjahresplan 2016 - 2020 zum Ausdruck:

- Wachstum des BIP um mindestens 3% in der Planperiode

- Prioritärer Ausbau von Tourismus, Industrie, Landwirtschaft und Fischerei

- Bereitstellung von besonderen Finanzierungsinstrumenten und Investitions- und Infrastrukturmaßnahmen zur Förderung der klein- und mittelständischen Industrie

- Erziehungs- und Gesundheitswesen bilden weiterhin die Schwerpunkte der allgemeinen Ausgaben für die öffentliche Verwaltung

- Fortsetzung bestehender und Durchführung neuer Infrastrukturprojekte, z. B. Ausbau des internationalen Flughafens in Maskat sowie Straßenbau und Ausbau der Seehäfen.

Mit dieser Strategie sollen neue Arbeitsplätze für die mit starken Jahrgängen auf den Arbeitsmarkt drängenden jungen Omanis geschaffen, die Arbeitslosigkeit abgebaut und ausländische Investitionen angelockt werden.

Die omanische Regierung lockt ausländische Investoren mit Steuerbefreiungen von fünf und mehr Jahren, Befreiung von Einfuhrzöllen für Maschinen und Ausrüstungsgegenständen und erlaubt in ausgewählten Wirtschaftsbereichen eine 100%ige Auslandsbeteiligung. Ob die politische und wirtschaftliche Situation in Oman auch weiterhin stabil und das Sultanat ein attraktiver Standort für Investitionen bleibt, wird entscheidend von der Entwicklung des Ölpreises und der wirtschaftlichen Entwicklung abhängen.

Gleichwohl werden auch auf absehbare Zeit Öl und Gas ihre dominierende Stellung in der omanischen Wirtschaft beibehalten. Die tägliche Ölfördermenge lag 2014 bei 945.000 und stieg 2015/2016 auf 980.000 Fass pro Tag. Oman ist nicht Mitglied der OPEC.

Die Handelsbilanz ist seit jeher geprägt von den Exporten von Erdöl und Erdgas, die zu einem Exportüberschuss führen.

Laut Statistischem Bundesamt lagen die deutschen Ausfuhren nach Oman 2014 bei 693 Mio EUR (2013: 753 Mio EUR). Omanische Exporte nach Deutschland summierten sich 2014 auf 67 Mio EUR (2013: 49 Mio EUR).

Deutsche Investitionen im Oman sind aufgrund von Großprojekten im Industriehafen von Sohar (Bau und Betrieb einer Methanol-Fabrik, Betrieb eines Be- und Entlade-Terminals sowie Lagerung von Flüssigstoffen) und von anderen Projekten (Bau und Betrieb einer Großkläranlage für Schmutzwasser aus der Erdölförderung und eines Schleuderbetonwerks) mittlerweile auf über 800 Mio. US-$ angestiegen.

Zu den bekannten omanischen Investitionen in Deutschland gehört diejenige der MB Holding Company in die Koller-Firmengruppe in Celle.

Oman Air bedient seit Herbst 2009 die Flughäfen München und Frankfurt mit Direktflügen. Seit der Wintersaison 2013/2014 gibt es regelmäßige Charterflüge aus Deutschland nach Salalah.

 

Deutsche Institutionen in Maskat